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Klarer Zweck und gemeinsame Intention

 

Um ein gemeinschaftliches Projekt erfolgreich zu realisieren, ist eine klar formulierte gemeinsame Intention eine wesentliche Grundvoraussetzung. Oft wird implizit vorausgesetzt, dass alle unter der gleichen Überschrift dasselbe verstehen, und erst spät wird klar, wie unterschiedlich die Träume und Vorstellungen der einzelnen Projektteilnehmer:innen überhaupt sind.  Die gemeinsame Ausrichtung ist ein verbindendes und motivierendes Element und damit eine Grundlage für alle zukünftige Arbeit. Sie explizit zu formulieren und sicherzustellen, dass die wesentlichen Eckpunkte von allen geteilt werden, ist wesentlich für das Gelingen jedes größeren Projektes.

Der Aspekt der »Intention« gliedert sich in verschiedene Unterpunkte:. Es macht das Projektmanagement deutlich einfacher, wenn die Essenz des Projektes, das Projektziel, in wenigen Sätzen (maximal 20–40 Worte) formuliert ist, die für das Projekt so lebendig sind, dass jedes Projektmitglied auf die Frage: »Was wollt ihr eigentlich hier?« mit diesen Sätzen antworten kann.  Diese Essenz drückt den Fokus des Projektes aus. Wenn die Essenz in  der Gruppe lebendig ist, dann wird sie auch neuen Mitgliedern klar kommuniziert. Ist sie nicht klar, bekommen Interessierte  eventuell sehr unterschiedliche Informationen über  die Ausrichtung. Das schafft Verwirrung und  später Konflikte. Daneben gibt es in der Regel ein weitergehendes »Visionspapier«, das den Traum der Gründungsmitglieder beschreibt. Dieses Visionspapier ist wichtig, da es Möglichkeiten aufzeigt  und dokumentiert, wofür sich die Gründungsmitglieder engagieren werden. Das Visionspapier ist jedoch keine trennscharfe Beschreibung dessen, was später im Projekt sein wird, denn es werden neue Menschen auch neue Ideen mitbringen – und es wird ebenso fast genauso sicher nicht  alles genau so realisiert, wie es dort beschrieben  wurde –, und das ist gut so. Daher ist das Visionspapier zwar wichtig und motivierend, aber selten geeignet, um die Besonderheit des Projektes zu beschreiben. Hierfür braucht es ganz konkrete Eckpunkte, die Aspekte des »Projektes«, die nicht verhandelbar sind, sondern die den kleinsten gemeinsamen Nenner darstellen, der auf keinen Fall verlassen werden soll.  Wichtig ist hier, nicht nur bei Worthülsen stehen zu bleiben, sondern wirklich dahinterzuschauen. Konflikte sind hier vorprogrammiert, wenn nicht im Vorhinein entweder eine gemeinsame Ausrichtung festgelegt wird – oder festgelegt wird, dass es bewusst keine gemeinsame Ausrichtung geben soll. Denn auch Vielfalt ist eine wichtige Qualität!  Eine tiefe Auseinandersetzung über die eigenen Werte und Hintergründe gehört zur Arbeit am Aspekt »Intention« dazu und kann gleichzeitig sowohl zur persönlichen Bewusstseinsbildung als auch zur Gemeinschaftsbildung beitragen.

Mögliche Intentionen/Visionen von gemeinschaftlichen Projekten

Für eine bessere Welt

Friedensarbeit, Gleichberechtigung, Umweltschutz, Tierschutz, Nachhaltigkeit, Gemeinwohlökonomie, alternative Energien, neue Technologie, Innovation,Aktivismus, politische Ausrichtung, neue Wirtschafsmodelle, Selbstverwaltung, …

Schaffung von Angeboten

Seminare, Therapie, Retreat, Selbstverwirklichung, Bildung, Handwerk, Co-WorkingSpace, Forschungsarbeit, Bioladen, Beratung, …

Landwirtschaft

Selbstversorger, Permakultur, solidarische Landwirtschaf, Kreislaufwirtschaft, artgerechte Tierhaltung.

 

Auszug aus dem Buch von Stützel, Eva. Der Gemeinschaftskompass: Eine Orientierungshilfe für kollektives Leben und Arbeiten  (S.15). oekom verlag.

 

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Zuerst das Projekt oder die Gruppe?

Die Kerngruppe und die Mitglieder

Klarer Zweck und gemeinsame Intention

Gemeinschaftsbildung

w

Organisation und Rechtsform

Partizipatorische, faire und transparente Ent-scheidungskultur

Hilfreiche Konflikt-lösungsmethoden

Finanzierungsmodelle

Cohousing Südtirol
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